Konrad Lorenz war einer größten österreichischen Wissenschafter des 20. Jahrhunderts. Ein ausgezeichneter internationaler Ruf, insgesamt zehn Ehrendoktorgrade und der Nobelpreis für Physiologie/Medizin belegen seine wissenschaftliche Exzellenz. Trotzdem erscheint Lorenz der Universität Salzburg als „unwürdig“, weiterhin als Ehrendoktor geführt zu werden. 

Konrad Lorenz wurde 1903 in Wien geboren, besuchte das Schottengymnasium und studierte an der Universität Wien Medizin und Zoologie. So wie auch der Großteil der deutschsprachigen Bevölkerung Österreichs, befürwortete er damals den Anschluss ans Deutsche Reich. 1938 trat Lorenz auch der NSDAP bei. Ein Schritt, den er sein ganzes Leben lang bereuen sollte. „Ich war damals so blöd, das ist kaum zu fassen,“ sollte sich Lorenz später dazu äußern. Seine Distanz zum NS-Regime brachte er klar zum Ausdruck.

1940 erfolgte der Ruf an die Universität Königsberg, wo er den renommierten Kant-Lehrstuhl übernahm. Kurz darauf wurde er zur Wehrmacht einberufen und als Arzt in einem Lazarett eingesetzt. 1944 geriet Lorenz in Kriegsgefangenschaft und wurde nach dem Ende des zweiten Weltkrieges nach Österreich entlassen.  Nach 1950 forschte Lorenz am Max Planck Institut und wurde später Direktor am Institut für Verhaltensphysiologie. 1973 wurde ihm schließlich gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolas Tinbergen der „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“ für Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern verliehen. Unterstützung erhielt Lorenz aus allen politischen Lagern, auch der kommunistische Abgeordnete Ernst Fischer sprach sich für eine Professur von Lorenz an der Universität Graz aus (2).

Neben seinen wissenschaftlichen Leistungen engagierte sich Konrad Lorenz auch für den Umweltschutz, trat gegen den Bau des Atomkraftwerkes Zwentendorf auf und initiierte das sogenannte „Konrad-Lorenz-Volksbegehren“ zum Schutz der Hainburger Au. 

Die Rache der Gutmenschen

Im Dezember 2015 widerrief die Universität Salzburg  die 1983 verliehene Ehrendoktorwürde für Lorenz aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP – die Veröffentlichung einer parallel laufenden, wissenschaftlichen Aufarbeitung durch den Historiker Alexander Pinwinkler (1) wurde nicht abgewartet. Ins Rollen gebracht wurde das Verfahren von den Grünen alternativen Studenten (GRAS), Schützenhilfe gab es von den Sozialisten. Die mittlerweile abgewählte stv. ÖH-Vorsitzende, Nicole Vorderobermeier (GRAS),  tat sich besonders unwürdig hervor:

grassozen

Aufgrund chaotischer Zustände in der Salzburger ÖH wurde die GRAS im Herbst 2015 aus der Exekutive gewählt. Die grünen Studenten investierten Studentengelder lieber in linke Gesellschaftsprojekte und verstrickten sich in perfide Machtspielchen, als ihre Aufgaben wahrzunehmen. Diesem Geltungsdrang fiel auch Konrad Lorenz zum Opfer.

Die Universität Salzburg hat sich dazu entschieden einzelne Fehler, die Lorenz  begangen hat, stärker zu bewerten als sein gesamtes Lebenswerk. Seine außerordentlichen wissenschaftlichen Leistungen, sein gesellschaftliches Engagement und sein Ruf als Wissenschafter von Weltrang werden dadurch nicht geschmälert.

(1)http://www.uni-salzburg.at/fileadmin/multimedia/Admin_News/documents/HonorumSenat_01.pdf

(2)http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leserbriefe/Konrad-Lorenz-war-ein-Mitlaeufer;art11086,2063499