Präambel
Freiheitliche Wertvorstellungen beruhen auf einer idealistischen Weltanschauung und verlangen Verantwortungsgefühl und Gesinnungsstärke. Wir wollen unseren Idealen und Werten unter allen Umständen treu bleiben, unabhängig davon, ob uns dies politische Vor- oder Nachteile bringt. Unser freiheitliches Selbstverständnis formuliert sich in folgenden Begriffen:
Freiheit
Freiheit gilt uns als höchster Wert. Wir wollen ein Leben in Freiheit, gegründet auf Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Eigenverantwortung. Freiheitliche Politik erstrebt eine Lebensordnung mit möglichst viel Selbstbestimmung für jeden Menschen und für alle Völker. Wir wollen die Freiheit vor körperlicher, geistiger oder wirtschaftlicher Unterdrückung schützen. Wir wollen das Abgleiten in eine bildungslose Gesellschaft und Anarchie verhindern. Die Achtung vor den Freiheitsrechten aller Menschen erfordert die Sicherung der Freiheit im Rahmen einer Ordnung. Politische Ordnungen haben der Entfaltung der Freiheit zu dienen. Da Freiheit auch Verantwortung bedingt, erstreben freiheitliche Ordnungen ein Gleichgewicht von Rechten und Pflichten. Die Gesellschaft der Freien kann auf Dauer nur bestehen, wenn lebenswichtige Gemeinschaftsaufgaben erfüllt werden. Freiheitliche Politik bejaht die Verantwortung freier Menschen, notwendige Verpflichtungen im Dienste von Volk, Heimat und Staat zu übernehmen. Ziel eines freiheitlich geordneten Gemeinschaftslebens ist die bestmögliche Entwicklung aller schöpferischen Kräfte. In diesem Sinne wollen wir alle Bürger zum sinnvollen Gebrauch ihrer Freiheit ermutigen.
Nationalbewusstsein
Wir bekennen uns zur demokratischen Republik Österreich, zum Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, zum Mehrparteiensystem und zum freien Wettbewerb aller politischen Kräfte. Die bei weitem überwiegende Mehrheit der Österreicher gehört der deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft an. Wir sind der Überzeugung, daß das Bekenntnis zum eigenen Volkstum eine Grundvoraussetzung für die Bewahrung und Weiterentwicklung der kulturellen Werte und des historisch-kulturellen Selbstverständnisses jeder ethnischen Gemeinschaft ist.
Umwelt
Die Erhaltung einer gesunden und menschenwürdigen Umgebung muß der übergeordnete Wertmaßstab aller wirtschaftlichen und technologischen Maßnahmen sein. Umweltschutz hat Vorrang vor Gewinnstreben und persönlichem Nutzen, darüber hinaus ist er eine der Gemeinschaft gestellte Aufgabe. Die totale Inanspruchnahme der Natur gefährdet weltweit unser Ökosystem.Wir erwarten von allen Bildungsträgern verstärkt die Förderung der Umweltforschung und der Vermittlung von Umweltwissen. Sie sind national wie weltweit Voraussetzung für eine durchsetzungsfähige Umweltpolitik. Diese Haltung begründet sich im Bewusstsein der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.
Staatliches Zusammenleben
Wir befürworten eine freie Marktwirtschaft mit möglichst viel Handlungsfreiheit für eigenverantwortliche Unternehmungen. Staatliche Leistungsmechanismen sollen aber dort eingreifen, wo Beschränkungen unter Berücksichtigung des Gemeinwohles durch soziale und ökologische Vorgaben erforderlich sind. Im Sinne unserer Betonung der Verantwortlichkeit jedes Einzelnen für die Gemeinschaft bekennen wir uns zu der in der Verfassung verankerten, umfassenden, selbständigen Landesverteidigung und fordern die Bereitschaft des Einzelnen, dafür einzutreten. Den politischen Parteien kommt zwar eine tragende Rolle für die Umsetzung des Bürgerwillens zu. Jedoch dürfen die Erlangung materieller Vorteile und das berufliche Fortkommen nicht von der Zugehörigkeit zu einer Partei, sondern ausschließlich von individuellen Fähigkeiten und Leistung en abhängen. Kammerordnungen mit Zwangsmitgliedschaft lehnen wir ab. Der Gefahr, daß Verbände und Organisationen, die der Durchsetzung von Gruppeninteressen dienen, zum Selbstzweck werden oder ihre Macht missbrauchen, soll durch den Ausbau der Demokratie innerhalb dieser Organisationen und durch das Prinzip der freiwilligen Mitgliedschaft begegnet werden. Wirtschaftliche Unternehmen sollen im Dienste des Volkes und des Staates stehen. Unternehmer müssen sich ihrer Pflichten gegenüber der Gemeinschaft bewusst sein.
Europa
Globale Machtkonzentration, die Erhaltung wirtschaftlicher Konkurrenzfähigkeit und die Notwendigkeit grenzüberschreitender intensiver Zusammenarbeit in existentiellen Fragen erfordern ein Zusammenrücken aller Völker und Länder Europas. Wir wollen ein starkes Europa, in dem jedes Volk auf der Grundlage der Selbstbestimmung seine ethnische Eigenart bewahren kann, d.h. ein Europa der Vaterländer. Auch Österreich erhebt Anspruch auf eine gesamteuropäische Zukunft. Seine geographische Lage, seine Zugehörigkeit zur pluralistisch demokratischen Staatenwelt und seine Geschichte begründen dies. Mit jedem integrationspolitischen Fortschritt muß auch die Weiterentwicklung von Demokratie und Bürgerrechten einhergehen. Mehr Gemeinsamkeit in Europa darf niemals weniger Freiheit der einzelnen Staaten und deren Bürger bedeuten.